Money makes the museum go round
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Mit unserer Museumsshop-Initiative wollen wir auch erreichen, daß die den Museumsleuten von den Stadtvätern aufgenötigte kommerzielle Orientierung und abverlangte Gewinnoptimierung endlich auf eine vernünftige steuerrechtliche Basis gestellt werden. Bisher hat lediglich der Begründer des Bauhausarchivs, Herr Wingler, die volle Geschäftsfähigkeit erlangt, indem er sein Museum als Verein eintragen ließ, der als alleiniger Gesellschafter einer GmbH einen wirtschaftlich erfolgreichen Museumsshop betreiben konnte.
Eine Stadt wie Wuppertal hingegen bewegt sich in einer halblegalen Grauzone, wenn ehrenamtliche Mitglieder des Kunstvereins im Shop des Von-der-Heydt-Museums Dienst schieben und dabei Objekte verkaufen, die sich nicht direkt auf im Museum ausgestellte Werke beziehen.
Wenn die rechtlichen Grundlagen erreicht worden sind, muß natürlich auch das Angebot entsprechend leistungsfähig sein, d. h. es müssen Dinge verkauft werden, die man eben nicht auch in jedem Papierladen um die Ecke bekommen kann, also nicht nur Postkarten, Poster, Tücher und Servietten, sondern Dinge, die wirklich das in musealen Originalobjekten repräsentierte künstlerische oder kulturelle Denken ansprechen. Die Museen sollen ja bewahren und sammeln, aber auch historisch und ästhetisch bilden, und so muß auch das Angebot in den Museumsshops diesem Bildungsauftrag leistungsfähig entsprechen.
Wir dürfen uns wohl von dem Vorwurf, mit Kitsch handeln zu wollen, verabschieden - zumal es Sammler gibt, die mit Original-Baselitzen oder Beuyshäufchen wie mit Kitschobjekten umgehen, nämlich in einer Weise, die dem Aufstellen des Miniatureiffelturms in der Stube des Kleinbürgers entspricht. Umgekehrt gibt es selbstverständlich Kleinbürger, die mit ihren Muscheln, die sie am Strand gesammelt haben, sehr sinnvoll umgehen, wenn sie sie mit nach Hause nehmen, um sich dort ihre Reise in Erinnerung zu rufen.
So sind wir denn Kitschiers auf jedem Niveau, sei es als Professor oder Kaninchenzüchter, und es kommt nur darauf an, was mit Hilfe der leistungsfähigen Kitschobjekte tatsächlich zum Thema gemacht wird. Es sollten Objekte erhältlich sein, die nicht nur Repliken der Kunstwerke sind, sondern eine Aneignungstätigkeit im Künstlerischen oder Kulturellen ermöglichen, wie dies bisher nur Bücher vermochten.
Textverwandtschaften
Jeder Streifen repräsentiert einen Textabschnitt in der Arbeitsbiografie. Je heller ein Streifen, desto verwandter ist der Text mit dem aktuellen Text. Der aktuelle Werk hat die Farbe Rot, der aktuelle Abschnitt ist orange markiert.
Grundlage der Textanalyse ist das Sprachmodell MiniLM-L12 / BGE-M3. Mit dessen Hilfe wird der aktuelle Textabschnitt mit allen anderen Textabschnitten verglichen (insgesamt knapp 3 Millionen Kombinationen) und ein Ähnlichkeitskennwert berechnet.
Die Ähnlichkeit basiert nicht auf Wortgleichheit, sondern auf semantischen Eigenschaften. Beispiele:
- Das Bild zeigt eine Landschaft ⟷ Zu sehen ist eine Naturszene
- Die Arbeit entstand 1972 ⟷ Das Werk wurde in den frühen 70ern geschaffen
- Kritik an der Gesellschaft ⟷ Gesellschaftliche Auseinandersetzung
- Er lehnte das Angebot ab ⟷ Er wies den Vorschlag zurück
Als ähnlich erkannt werden Synonyme, Umschreibungen und Paraphrasen sowie gleiche Bedeutungen – auch in unterschiedlichen Sprachen – erkannt. Beispiel: Kunst und Politik ⟷ art and politics.
Aktuell werden die Textverwandtschaften auf Basis des gesamten Textkorpus statisch vorberechnet und bei Änderungen einzelner Inhalte aktualisiert. In die Berechnung werden nur Textabschnitte einbezogen, die mehr als 100 Wörter Inhalt haben. Leere oder kurze Abschnitte sind daher in dieser Textgenetik nicht enthalten.
Die Verwandtschafts-Abstufungen wurden in 6 Gruppen zusammengefasst: 0 = keine Verwandtschaft, 20, 40, 60, 80, 100 = sehr nah am aktuellen Text.
Die Fundstellen in dieser Verwandtschafts-Textgenetik liefern also möglicherweise völlig andere, eventuell unerwartete Lese-Anregungen, während die zugeordneten Verweise (unter siehe auch) redaktionell ausgewählt wurden.