Buch Radical Art History.

Internationale Anthologie. Subject O.K. Werckmeister.

Mit Beiträgen in englischer und deutscher Sprache von:
Barbara Abou-El-Haj, Bazon Brock, Ruth Capelle, Karl Clausberg, David Craven, Heinrich Dilly, Gabi Dolff-Bonekämper, Hansdieter Erbsmehl, Andreas Haus, Jutta Held, Klaus Herding, Berthold Hinz, Peter Klein, David Kunzle, Barbara McCloskey, Ernst Mittig, Osamu Okuda, Rudolf Conrad, Norbert Schneider, Dietrich Schubert, Christof Thoenes, Jane Williams und Frank Zöllner.

Erschienen
1996

Herausgeber
Kersten, Wolfgang

Verlag
Zurich InterPublishers Gmb

Erscheinungsort
Zürich, Schweiz

ISBN
390925201X

Umfang
340 Seiten, 200 Abbildungen, 30 cm x 21 cm

Einband
Gebundene Ausgabe

Voraus:

Text

Einen Kollegen, einen Zeitgenossen, einen Intellektuellen zu würdigen, heißt, sich ihm anzuvertrauen, wenigstens einmal mit seinen Augen zu sehen, die Formen und auch Urteile seiner gedanklichen und theoretischen Arbeit für die eigene zu akzeptieren und möglicherweise ihnen weiterzufolgen, als im Komment wissenschaftlicher Ehrerbietung durch die Zitatformel „... siehe auch ...“ üblich ist. Denn längst erschließen Fußnoten nicht mehr Texte, die schwer zugänglich sind; auch belegen sie nicht mehr die Familienautoritäten, auf die man sich zu stützen behauptet. Die „siehe auch“-Fußnote belegt nur noch den Versuch, wenigstens diejenigen zu Käufern und Lesern einer Veröffentlichung zu machen, deren Namen im Buch vorkommen.

Ich komme bei Werckmeister nirgends namentlich vor, so sehr ich mir auch wünschte, es wenigstens zu einem „siehe auch“-Namen gebracht zu haben; so etwa, wie Bundeskanzler Helmut Kohl sich wünschte, zu einer Fußnote im Buch der Geschichte zu werden. Zutrauen zu Werckmeister fand ich, weil er sich davon freihielt, marxistische Kunstgeschichtsschreibung als Karriereseilschaftspassepartout zu verwenden. Bewunderung für seine analytischen Fähigkeiten konnte ich entwickeln, als ich verstand, daß er mit seiner Arbeit über die Zitadellenkultur die für mich entscheidende Problemstellung der Gegenwart umrissen hatte. Unverbrüchlichen Respekt ihm gegenüber bezeige ich, seit er die „linken Ikonen“ der gleichen Ideologiekritik unterwirft wie die Manifestationen des bürgerlichen Bewußtseins. Sich selbst den Analysen und Urteilen zu beugen, die man häufig so unnachsichtig gegen Dritte zur Geltung bringt, schien mir immer schon der einzig brauchbare Maßstab für die Bewertung intellektueller und wissenschaftlicher Arbeit.

Textverwandtschaften

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Jeder Streifen repräsentiert einen Textabschnitt in der Arbeitsbiografie. Je heller ein Streifen, desto verwandter ist der Text mit dem aktuellen Text. Der aktuelle Werk hat die Farbe Rot, der aktuelle Abschnitt ist orange markiert.

Grundlage der Textanalyse ist das Sprachmodell MiniLM-L12 / BGE-M3. Mit dessen Hilfe wird der aktuelle Textabschnitt mit allen anderen Textabschnitten verglichen (insgesamt knapp 3 Millionen Kombinationen) und ein Ähnlichkeitskennwert berechnet.

Die Ähnlichkeit basiert nicht auf Wortgleichheit, sondern auf semantischen Eigenschaften. Beispiele:

  • Das Bild zeigt eine Landschaft ⟷ Zu sehen ist eine Naturszene
  • Die Arbeit entstand 1972 ⟷ Das Werk wurde in den frühen 70ern geschaffen
  • Kritik an der Gesellschaft ⟷ Gesellschaftliche Auseinandersetzung
  • Er lehnte das Angebot ab ⟷ Er wies den Vorschlag zurück

Als ähnlich erkannt werden Synonyme, Umschreibungen und Paraphrasen sowie gleiche Bedeutungen – auch in unterschiedlichen Sprachen – erkannt. Beispiel: Kunst und Politik ⟷ art and politics.

Aktuell werden die Textverwandtschaften auf Basis des gesamten Textkorpus statisch vorberechnet und bei Änderungen einzelner Inhalte aktualisiert. In die Berechnung werden nur Textabschnitte einbezogen, die mehr als 100 Wörter Inhalt haben. Leere oder kurze Abschnitte sind daher in dieser Textgenetik nicht enthalten.

Die Verwandtschafts-Abstufungen wurden in 6 Gruppen zusammengefasst: 0 = keine Verwandtschaft, 20, 40, 60, 80, 100 = sehr nah am aktuellen Text.

Die Fundstellen in dieser Verwandtschafts-Textgenetik liefern also möglicherweise völlig andere, eventuell unerwartete Lese-Anregungen, während die zugeordneten Verweise (unter siehe auch) redaktionell ausgewählt wurden.