Aktion Aktionstheater im Rahmen der Experimenta 4

(technische Realisation: die Firma Siemens und das Ehepaar Trübstedt)

Das genaue Datum ist nicht bekannt. Die Experimenta 4 dauerte vom 28.5.-6.6.1971.

Termin
01.06.1971

Veranstaltungsort
Frankfurt am Main, Deutschland

Adresse
Hauptwache, Frankfurt am Main

Veranstalter
Experimenta

Meeresrauschen. Eine Großraumbeschallung

Text

Die Frankfurter Hauptwache und die sie umlaufenden Straßenzüge wurden mit Großraumbeschallungsanlagen in solcher Dichte bestückt, daß an jedem Punkte des Areals die Passanten und Verkehrsteilnehmer erreicht werden konnten. Das heißt, während der Bewegung durch das Areal blieben die Passanten stets innerhalb der Beschallungszone.

Die über die Anlage abgestrahlten Programme (sie wurden von dem Ehepaar TRÜBSTEDT technisch realisiert) überlagerten die auf dem Platz üblichen Verkehrsgeräusche, obwohl diese Programme im wesentlichen aus der Wiedergabe von Meeresrauschen, Vogelstimmen, Abendgewitter, Pferdehufgetrappel usw. bestanden.

Mit diesem vier Tage dauernden Versuch sollte erprobt werden, ob man unter Bezug auf wahrnehmungspsychologische Gesetzmäßigkeiten eine bisher nicht bedachte Lösung für die Eindämmung des Großstadtlärms einsetzen könne. Das in gewisser Weise paradoxe Resultat: Die befragten Passanten wurden durch die Überstrahlung erst für das Problem Lärmbelästigung sensibilisiert und lehnten diesen Versuch mit der Begründung ab, sie würden auf diese Weise ständig auf die Unwirtlichkeit dieser Stadt aufmerksam gemacht. Diese Erklärung ist in einem erstaunlichen Maße spitzfindig. Offensichtlich will man den aufgezwungenen Großstadtlärm unbedingt als natürlichen akzeptieren dürfen, da ja eh niemand daran glaubt, mit der großstädtischen Lärmbelästigung fertig werden zu können. Die in den sonntäglichen Erholungsreisen erlebte Natur (in ihren Geräusch- und Lautmanifestationen) wird als Kontrast nur genossen, wenn man sie aus der Alltagserfahrung vollständig ausklammern kann.

Fazit: Wenn man nicht darf, was man möchte, erleichtert man sich den Zwang, indem man das eigentlich Gewünschte schlecht macht und ablehnt.

Medien

1 Meeresrauschen auf der Hauptwache, 1971
2 Meeresrauschen auf der Hauptwache, 1971

siehe auch:

Textverwandtschaften

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Jeder Streifen repräsentiert einen Textabschnitt in der Arbeitsbiografie. Je heller ein Streifen, desto verwandter ist der Text mit dem aktuellen Text. Der aktuelle Werk hat die Farbe Rot, der aktuelle Abschnitt ist orange markiert.

Grundlage der Textanalyse ist das Sprachmodell MiniLM-L12 / BGE-M3. Mit dessen Hilfe wird der aktuelle Textabschnitt mit allen anderen Textabschnitten verglichen (insgesamt knapp 3 Millionen Kombinationen) und ein Ähnlichkeitskennwert berechnet.

Die Ähnlichkeit basiert nicht auf Wortgleichheit, sondern auf semantischen Eigenschaften. Beispiele:

  • Das Bild zeigt eine Landschaft ⟷ Zu sehen ist eine Naturszene
  • Die Arbeit entstand 1972 ⟷ Das Werk wurde in den frühen 70ern geschaffen
  • Kritik an der Gesellschaft ⟷ Gesellschaftliche Auseinandersetzung
  • Er lehnte das Angebot ab ⟷ Er wies den Vorschlag zurück

Als ähnlich erkannt werden Synonyme, Umschreibungen und Paraphrasen sowie gleiche Bedeutungen – auch in unterschiedlichen Sprachen – erkannt. Beispiel: Kunst und Politik ⟷ art and politics.

Aktuell werden die Textverwandtschaften auf Basis des gesamten Textkorpus statisch vorberechnet und bei Änderungen einzelner Inhalte aktualisiert. In die Berechnung werden nur Textabschnitte einbezogen, die mehr als 100 Wörter Inhalt haben. Leere oder kurze Abschnitte sind daher in dieser Textgenetik nicht enthalten.

Die Verwandtschafts-Abstufungen wurden in 6 Gruppen zusammengefasst: 0 = keine Verwandtschaft, 20, 40, 60, 80, 100 = sehr nah am aktuellen Text.

Die Fundstellen in dieser Verwandtschafts-Textgenetik liefern also möglicherweise völlig andere, eventuell unerwartete Lese-Anregungen, während die zugeordneten Verweise (unter siehe auch) redaktionell ausgewählt wurden.