Bazon Brock: Verbot des Rauchens ist bigotte Idiotie
Text
Zusammenfassung der Sendung:
„Der Professor für Ästhetik, Bazon Brock, hat für eine konsequente Ethik des Unterlassens plädiert. Diese Ethik werde nicht mehr durch Anweisungen bestimmt, was der Einzelne zu tun habe, sagte Brock.
Vielmehr folgten alle wichtigen, gesellschaftlich erwünschten Verhaltensweisen Geboten des Unterlassens, einem „du sollst nicht“. Hier beginne „etwas Grandioses“, das im Zuge der Rauchverbote ins Bewusstsein rücke, so Brock. Nämlich, „wie viel schwerer es ist, etwas nicht zu tun, zu unterlassen, als es zu tun“. Jeder Raucher wisse das, sagte der Kulturwissenschaftler.
„Zum ersten Mal werden Nichtraucher – oder Raucher, die es unterlassen zu rauchen – zu Trägern einer neuen Ethik.“ Das müsse auch den Betreffenden vermittelt werden, sodass sie „als die Helden der neuen Ethik“ auftreten, „die bewusst eine schwere Aufgabe auf sich nehmen, nämlich etwas nicht zu tun“. Ein solches Verhalten müsse auch die Gesellschaft honorieren, und zwar „im Hinweis darauf, dass alle wichtigen Entscheidungen in der Gesellschaft als ethische, Entscheidungen des Unterlassens sein müssten nach den christlichen Geboten“. Dieses „nicht tun“ eine Form des Handelns und damit etwas vollkommen anderes als nichts zu tun.
Brock kritisierte, dass beim Rauchverbot falsch argumentiert werde und sich die Gesellschaft weigere, eine solche neue Ethik des Unterlassens zu entwickeln. Denn diese würde in vielen Bereichen – zum Beispiel der „exzessiven wirtschaftlichen Nutzung“ von Bodenschätzen oder fossilen Energieträgern – bedeuten, dass das „gesamte gesellschaftliche Verständnis von Nachhaltigkeit“ verändert werden müsste.
„Weil das nicht gewünscht ist, ist dieses ganze Verbot des Rauchens und all diese Eingriffe ziemlich bigott.“ Man befasse sich mit „einer kleinen Ebene der Erscheinungen“ und vermeide „die Begründungen, die eigentlich fällig wären“, erklärte der Kulturwissenschaftler.“
Textverwandtschaften
Jeder Streifen repräsentiert einen Textabschnitt in der Arbeitsbiografie. Je heller ein Streifen, desto verwandter ist der Text mit dem aktuellen Text. Der aktuelle Werk hat die Farbe Rot, der aktuelle Abschnitt ist orange markiert.
Grundlage der Textanalyse ist das Sprachmodell MiniLM-L12 / BGE-M3. Mit dessen Hilfe wird der aktuelle Textabschnitt mit allen anderen Textabschnitten verglichen (insgesamt knapp 3 Millionen Kombinationen) und ein Ähnlichkeitskennwert berechnet.
Die Ähnlichkeit basiert nicht auf Wortgleichheit, sondern auf semantischen Eigenschaften. Beispiele:
- Das Bild zeigt eine Landschaft ⟷ Zu sehen ist eine Naturszene
- Die Arbeit entstand 1972 ⟷ Das Werk wurde in den frühen 70ern geschaffen
- Kritik an der Gesellschaft ⟷ Gesellschaftliche Auseinandersetzung
- Er lehnte das Angebot ab ⟷ Er wies den Vorschlag zurück
Als ähnlich erkannt werden Synonyme, Umschreibungen und Paraphrasen sowie gleiche Bedeutungen – auch in unterschiedlichen Sprachen – erkannt. Beispiel: Kunst und Politik ⟷ art and politics.
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