Distanzierende Historisierung und Kritik der Utopie führen gegenwärtig zu der Frage, welches die künstlerischen und intellektuellen Beiträge zur Entwicklung und Entfaltung der einen Weltzivilisation sind. Gibt es die überhaupt oder gefallen wir uns weiterhin in der Rolle unverzichtbarer Kulturschaffender, die nichts daraus gelernt haben, allein in diesem Jahrhundert in Ost und West, in totalitären oder demokratischen, in tendenziell egalitären Konsum- resp. Mangelgesellschaften die Barbarisierung der Kultur ermöglicht und auch noch legitimiert zu haben? Die Unterscheidung von Schaffen und Zerstören, von Aggression und Verteidigung, von Neuem und Altem, von geschichtlicher Rekonstruktion und willkürlichem Ereignisverschnitt, von Lust und Leiden, von Glanz und Armut, von Krisenbeschwörung und Konsensbegründung, die nach Werckmeister in der Zitadellenkultur beliebig und austauschbar sein müssen, wird erst möglich und darin bedeutsam, daß im zivilisatorischen Raum, also überhaupt auf der Ebene von gleichzeitiger Gegenwart der Vergangenheiten und Zukünfte überall die gleiche Position bezogen werden kann. Das schließlich heißt, verantwortlich sein zu können und der Subjektivität gewiß.