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MM 135 | Schicksal. Sieben mal sieben unhintergehbare Dinge. Mit einem Gespräch mit Peter Sloterdijk/ [zur Ausstellung "Schicksal. Sieben Mal Sieben Unhintergehbare Dinge", Literaturmuseum der Moderne, Marbach am Neckar, 5. Mai bis 28. August 2011] / Deutsche Schillergesellschaft, Marbach am Neckar. [Hrsg.: Deutsches Literaturarchiv Marbach. Red.: Dietmar Jaegle]

marbacher magazin 135, Bild: Schicksal. Sieben mal sieben unhintergehbare Dinge. Marbach am Neckar: Deutsche Schillergesellschaft, 2011..
marbacher magazin 135; Bild: Schicksal. Sieben mal sieben unhintergehbare Dinge. Marbach am Neckar: Deutsche Schillergesellschaft, 2011.

Ulrich Raulff spricht mit Peter Sloterdijk, über ihre Schicksalsstücke schreiben Bazon Brock, Arno Geiger, Brigitte Kronauer, Ulrich Moritz / Hanns Zischler, Werner Spies, Botho Strauss und Martin Walser. 2011. 172 Seiten, zahlreiche farbige Abb. Broschiert. ISBN 978-3-937384-77-1.

INHALT
Schicksal. Ein Wort ist in sich selber ein Archiv
Vorwort von Ulrich Raulff
Schicksalsfragen: Ein Roman vom Denken
Ulrich Raulff im Gespräch mit Peter Sloterdijk
Die Ausstellungsstücke
Über ihre Schicksalsstücke schreiben Bazon Brock, Arno Geiger,
Brigitte Kronauer, Ulrich Moritz / Hanns Zischler, Werner Spies,
Botho Strauss und Martin Walser

HEINRICH VON KLEISTS TODESTAG jährt sich 2011 zum 200. Mal. Nicht seinem Werk, aber seinem zentralen Thema gilt dieses Magazin, das die gleichnamige Marbacher Ausstellung begleitet. Wie sehen im Archiv die Dinge aus, die jenseits von Plan und Zufall liegen? Die Reste der fatalen Kräfte, vor denen jede Versicherung nutzlos wird und deutlich ist: Es geht, was immer man auch tut, zu bösen oder aber glücklichen Häusern hinaus? Drei Anläufe unternimmt das vorliegende Magazin, um den einst elementaren, oft verpönten, erklärungsbedürftigen, aber vielleicht auch unverzichtbaren Begriff zu fassen: In einem langen Gespräch spricht Ulrich Raulff mit dem Philosophen Peter Sloterdijk, in Kommentaren werden die Exponate der Ausstellung vorgestellt, und schließlich erzählen von ihren persönlichen Schicksalsstücken Bazon Brock, Arno Geiger, Brigitte Kronauer, Ulrich Moritz / Hanns Zischler, Werner Spies, Botho Strauß und Martin Walser.

»ein gelungener Katalog zur Ausstellung«
Frankfurter Rundschau

Erschienen
01.05.2011

Herausgeber
Raulff, Ulrich | Jaegle, Dietmar | Deutsches Literaturarchiv Marbach

Verlag
Deutsche Schillergesellschaft, Marbach am Neckar

Erscheinungsort
Marbach, Deutschland

ISBN
978-3-937384-77-1

Umfang
172 Seiten, zahlreiche farbige Abb.

Einband
broschiert

Schicksalsstücke

Text

Nach vier Jahren Lagerleben vergewissert sich Bazon Brock im Sommer 1950 durch eine erste Fahrradtour auf geliehenem Rostesel von Itzehoe aus südwestwärts der realen Welt. Auf dem Hof von Schloß Burg (unten links im Bild) kopiert der Schlossgeist für 50 Pfennig die Fotografie des bewaffneten Jünglings in die Postkarte mit den regionalen Wunderwerken ein: Müngstener Brücke, Remscheider Talsperre, Altenberger Dom und besagte Schloß Burg, die der Welterfahrer kennenlernen wollte. 35 Jahre später mietete Brock als Professor für Ästhetik und Kulturvermittlung an der Bergischen Universität – ohne Kenntnis der Lokalitäten – ein Haus, aus dessen Wohnzimmerfenster man genau jenen Blick auf die Müngstener Brücke hat, wie ihn die Nachkriegspostkarte bot. Von der Fügung zur Führung, von der Bildfügung der damaligen Postkarte zur permanenten Führung des Blicks auf den Beginn seiner selbstständigen Welterkundung: Welch bemerkenswerter Weg als Führung durch Fügung. Das ist wahrhaft Berufung im Ruf an die hiesige Universität.

Medien

Postkarte "Gruß aus dem Bergischen Land", Bild: Schloss Burg, Solingen, 1950.

Textverwandtschaften

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Jeder Streifen repräsentiert einen Textabschnitt in der Arbeitsbiografie. Je heller ein Streifen, desto verwandter ist der Text mit dem aktuellen Text. Der aktuelle Werk hat die Farbe Rot, der aktuelle Abschnitt ist orange markiert.

Grundlage der Textanalyse ist das Sprachmodell MiniLM-L12 / BGE-M3. Mit dessen Hilfe wird der aktuelle Textabschnitt mit allen anderen Textabschnitten verglichen (insgesamt knapp 3 Millionen Kombinationen) und ein Ähnlichkeitskennwert berechnet.

Die Ähnlichkeit basiert nicht auf Wortgleichheit, sondern auf semantischen Eigenschaften. Beispiele:

  • Das Bild zeigt eine Landschaft ⟷ Zu sehen ist eine Naturszene
  • Die Arbeit entstand 1972 ⟷ Das Werk wurde in den frühen 70ern geschaffen
  • Kritik an der Gesellschaft ⟷ Gesellschaftliche Auseinandersetzung
  • Er lehnte das Angebot ab ⟷ Er wies den Vorschlag zurück

Als ähnlich erkannt werden Synonyme, Umschreibungen und Paraphrasen sowie gleiche Bedeutungen – auch in unterschiedlichen Sprachen – erkannt. Beispiel: Kunst und Politik ⟷ art and politics.

Aktuell werden die Textverwandtschaften auf Basis des gesamten Textkorpus statisch vorberechnet und bei Änderungen einzelner Inhalte aktualisiert. In die Berechnung werden nur Textabschnitte einbezogen, die mehr als 100 Wörter Inhalt haben. Leere oder kurze Abschnitte sind daher in dieser Textgenetik nicht enthalten.

Die Verwandtschafts-Abstufungen wurden in 6 Gruppen zusammengefasst: 0 = keine Verwandtschaft, 20, 40, 60, 80, 100 = sehr nah am aktuellen Text.

Die Fundstellen in dieser Verwandtschafts-Textgenetik liefern also möglicherweise völlig andere, eventuell unerwartete Lese-Anregungen, während die zugeordneten Verweise (unter siehe auch) redaktionell ausgewählt wurden.