Buch BESUCHERSCHULE d 7

Die Hässlichkeit des Schönen - Spaziergänge Tempelgänge Paradegänge

Besucherschule zur d7, 1982
Besucherschule zur d7, 1982

Fotos: Lothar Koch. Verantw.: Walter Spötter
Besucherschule zur Documenta 7: Die Hässlichkeit des Schönen

  • Spaziergänge durch die Ausstellung – Im Gehen sehen
  • Tempelgänge in der Documenta – Im Sehen verstehen
  • Paradegänge zur d 7 – Im Verstehen weggehen

Erschienen
1981

Autor
Brock, Bazon

Verlag
D+V Paul Dierichs GmbH & Co KG

Erscheinungsort
Kassel, Deutschland

ISBN
3-920453-03-6

Umfang
133 S. : zahlr. Ill. ; 28 cm

siehe auch:

Abschnitt, beginnend auf Seite 38 im Original

6 Buren

Text

Schon wieder Buren: Immerhin ein neues Spiel. Die grünen und roten Streifen sind hinter Glas gemalt und an die Wand gehängt, als seien sie auf einem Fenster des Fridericianums angebracht worden. Das gesamte Feld hat die Form und Struktur eines solchen Fensters! (Blick nach rechts, bitte.) Die strukturierenden Unterbrechungen in Burens großem Glas verlaufen genauso wie die Streben im Fenster des Fridericianums. Jetzt hat Buren endlich wieder etwas handfest Kaufbares anzubieten! Er Ist nicht länger nur darauf angewiesen, sich in Museen zu demonstrieren, sondern wird wieder für Galeristen interessant, hoffentlich.
Der Blick von Buren nach rechts zum Fenster läßt uns an eben diesem Fenster einen Eingriff von Lavier erkennen. Erstarrte Schmierseife oder Farbfeld scheinen alle Konturen des Fensters, auch die der von draußen hereinscheinenden Objekte aufzulösen. Spielt das auf einen alten Streit an, wie ihn etwa die venezianischen Maler mit den florentinischen am Anfang des 16. Jahrhunderts ausfochten? Die Florentiner zogen um die auf den Gemälden dargestellten Menschen und Dinge klare Konturlinien als feste Umgrenzungen. Die Venezianer meinten, daß die malerischen Wertigkeiten der körperbildenden Flächen erheblich gesteigert würden, wenn man die Farbflächen ohne harte begrenzende Konturlinien aneinandersetzt oder ineinander übergehen läßt. Lavier zeigt dIeses Problem hier an realen Objekten. Wenn schon die Malerei unsere Wahrnehmungen von den Dingen prägt, dann könnten wir eigentlich dazu übergehen, die Dinge gleich so zu gestalten, wie wir sie durch die Malerei wahrzunehmen gelernt haben. Ein von Architekten gut ausbeutbarer Vorschlag – nur zu, Ihr Postmodernen!

Textverwandtschaften

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Jeder Streifen repräsentiert einen Textabschnitt in der Arbeitsbiografie. Je heller ein Streifen, desto verwandter ist der Text mit dem aktuellen Text. Der aktuelle Werk hat die Farbe Rot, der aktuelle Abschnitt ist orange markiert.

Grundlage der Textanalyse ist das Sprachmodell MiniLM-L12 / BGE-M3. Mit dessen Hilfe wird der aktuelle Textabschnitt mit allen anderen Textabschnitten verglichen (insgesamt knapp 3 Millionen Kombinationen) und ein Ähnlichkeitskennwert berechnet.

Die Ähnlichkeit basiert nicht auf Wortgleichheit, sondern auf semantischen Eigenschaften. Beispiele:

  • Das Bild zeigt eine Landschaft ⟷ Zu sehen ist eine Naturszene
  • Die Arbeit entstand 1972 ⟷ Das Werk wurde in den frühen 70ern geschaffen
  • Kritik an der Gesellschaft ⟷ Gesellschaftliche Auseinandersetzung
  • Er lehnte das Angebot ab ⟷ Er wies den Vorschlag zurück

Als ähnlich erkannt werden Synonyme, Umschreibungen und Paraphrasen sowie gleiche Bedeutungen – auch in unterschiedlichen Sprachen – erkannt. Beispiel: Kunst und Politik ⟷ art and politics.

Aktuell werden die Textverwandtschaften auf Basis des gesamten Textkorpus statisch vorberechnet und bei Änderungen einzelner Inhalte aktualisiert. In die Berechnung werden nur Textabschnitte einbezogen, die mehr als 100 Wörter Inhalt haben. Leere oder kurze Abschnitte sind daher in dieser Textgenetik nicht enthalten.

Die Verwandtschafts-Abstufungen wurden in 6 Gruppen zusammengefasst: 0 = keine Verwandtschaft, 20, 40, 60, 80, 100 = sehr nah am aktuellen Text.

Die Fundstellen in dieser Verwandtschafts-Textgenetik liefern also möglicherweise völlig andere, eventuell unerwartete Lese-Anregungen, während die zugeordneten Verweise (unter siehe auch) redaktionell ausgewählt wurden.