Buch BESUCHERSCHULE d 7
Die Hässlichkeit des Schönen - Spaziergänge Tempelgänge Paradegänge
Die Hässlichkeit des Schönen - Spaziergänge Tempelgänge Paradegänge
Abschnitt, beginnend auf Seite 91 im Original
Ein Sonderfall ist Paladino. Bisher schon auf 100 Meter als er selbst zu erkennen, zeigt "Der weiße und schwarze König" (gleich neben dem Dokoupil-Schnabel) Bildwirkung, vor der man in die Knie geht. Vor allem an den Randzonen, die auch am wenigsten von Paladinos bisheriger Handschrift beherrscht werden, wächst das Klassische, wird er zum Klassiker. Der Bildaufbau ist schon raffiniert genug; einerseits wird Räumlichkeit vorgegeben, andererseits Flächigkeit. Aber die Durchdringung von Raum und Fläche in so subtiler Form ist großartig und bisher von Paladino nicht geleistet.
Ein weißer und ein negroider Mann liegen scherenförmig ineinander verschränkt auf einem Bett. 8eide halten jeweils in der Hand des weit abgewinkelten linken Armes eine brennende Zigarette. Die art-deco-Zigarettenetuis und Aschenbecher auf dem Nachttisch am Kopfende des Bettes bzw. auf dem Boden. Die Schwaden des Rauches ziehen davon. Auf dem Nachttisch am Kopfende eine bemalte Maske. Im Raum verstreut Kleidungsstücke. Den Verschränkungen der Figuren korrespondieren die Verschränkungen von Flächen (z. B. Kopfkissen, Bettlaken, Handtuch, Teppich) mit den Raumformulierungen; und sie entsprechen den Verschränkungen von Aufsicht und Seitenansicht. Das ist so sicher, so delikat, so intensiv und im Farbklima so vollkommen, betont wie selbstverständlich! Da scheint einer, Paladino, nach fünf Jahren Arbeit schon erreicht zu haben, wozu selbst die Größten des Jahrhunderts wenigstens die doppelte Entwicklungszeit benötigten.
Nichts ohne den Geist und die Götter, aber die tun offensichtlich immer noch, was sie gerade für richtig halten.
Jeder Streifen repräsentiert einen Textabschnitt in der Arbeitsbiografie. Je heller ein Streifen, desto verwandter ist der Text mit dem aktuellen Text. Der aktuelle Werk hat die Farbe Rot, der aktuelle Abschnitt ist orange markiert.
Grundlage der Textanalyse ist das Sprachmodell MiniLM-L12 / BGE-M3. Mit dessen Hilfe wird der aktuelle Textabschnitt mit allen anderen Textabschnitten verglichen (insgesamt knapp 3 Millionen Kombinationen) und ein Ähnlichkeitskennwert berechnet.
Die Ähnlichkeit basiert nicht auf Wortgleichheit, sondern auf semantischen Eigenschaften. Beispiele:
Als ähnlich erkannt werden Synonyme, Umschreibungen und Paraphrasen sowie gleiche Bedeutungen – auch in unterschiedlichen Sprachen – erkannt. Beispiel: Kunst und Politik ⟷ art and politics.
Aktuell werden die Textverwandtschaften auf Basis des gesamten Textkorpus statisch vorberechnet und bei Änderungen einzelner Inhalte aktualisiert. In die Berechnung werden nur Textabschnitte einbezogen, die mehr als 100 Wörter Inhalt haben. Leere oder kurze Abschnitte sind daher in dieser Textgenetik nicht enthalten.
Die Verwandtschafts-Abstufungen wurden in 6 Gruppen zusammengefasst: 0 = keine Verwandtschaft, 20, 40, 60, 80, 100 = sehr nah am aktuellen Text.
Die Fundstellen in dieser Verwandtschafts-Textgenetik liefern also möglicherweise völlig andere, eventuell unerwartete Lese-Anregungen, während die zugeordneten Verweise (unter siehe auch) redaktionell ausgewählt wurden.