Was ist Wissenschaft?

Corinne M. Flick im Gespräch mit Bazon Brock

Text

Auszug:

Die Teilung der intellektuellen, geistigen Aktivitäten in rationalistische und emotionale, ist eine völlige Verfehlung des eigentlichen Sachverhaltes […] Es gibt keine Unterscheidung zwischen Wissenschaft und Kunst.

Man kann nicht sagen, es würde sich etwas ändern, wenn die Wissenschaft das Regime übernimmt, im Sinne von kalter Rationalität gegenüber emotionalen Wagheiten. Wir haben leidvoll erfahren, dass in allen doktrinären Regimen, allen totalitaristischen Theorien, die Wissenschaftler genauso verstrickt waren wie die Nichtwissenschaftler.

Die einzige Form der Anerkennung, die die Wissenschaft zulässt, ist die Kritik und nicht die jubelnde Zustimmung […] Man kommt nur auf die Spuren der Wahrheit, indem man das, was man vermutet, als haltlos darstellt.

Die Wissenschaft ist nicht dazu da, Konsens herzustellen. Die Wissenschaft ist die allgemeine Befähigung zum Leben jenseits des Konsenses in der Suche nach der Wahrheit durch die Erkenntnis dessen, was auf jeden Fall falsch ist. Und mehr als zu erkennen, was nicht zutrifft, ist uns nicht gegeben.

Wissenschaft und Kunst sind die Zumutungen an den Menschen, die sagen, ihr müsst euer Weltverhältnis jenseits der schönen Begierde nach Lösung, Wahrheit oder Offenbarung bewältigen. Ihr müsst euch auf das einlassen, was problematisch ist.

Die Frage, ob die Wissenschaft das Paradies bringt (eine saubere Umwelt, genug Nahrung für die Welt,…) ist eine Frage der Zielsetzung in der Gesellschaft selbst […] Es ist nicht eine Frage des wissenschaftlichen Standpunktes, die Ungleichverteilung von Vermögen oder Einkommen zu beklagen.

Die Wirklichkeit ist das, was unserem Willen sich gerade nicht beugt […] Es ist die Konfrontation der Tatsache, dass wir nicht Herren unseres eigenen Lebens und des Lebensprinzips sind.

Medien

Convoco! Podcast: Was ist Wissenschaft
Corinne M. Flick im Gespräch mit Bazon Brock, 28.01.2021

Audio: Corinne M. Flick im Gespräch mit Bazon Brock, 28.01.2021

Textverwandtschaften

1957 1958 1959 1960 1961 1962 1963 1964 1965 1966 1967 1968 1969 1970 1971 1972 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979 1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026

Jeder Streifen repräsentiert einen Textabschnitt in der Arbeitsbiografie. Je heller ein Streifen, desto verwandter ist der Text mit dem aktuellen Text. Der aktuelle Werk hat die Farbe Rot, der aktuelle Abschnitt ist orange markiert.

Grundlage der Textanalyse ist das Sprachmodell MiniLM-L12 / BGE-M3. Mit dessen Hilfe wird der aktuelle Textabschnitt mit allen anderen Textabschnitten verglichen (insgesamt knapp 3 Millionen Kombinationen) und ein Ähnlichkeitskennwert berechnet.

Die Ähnlichkeit basiert nicht auf Wortgleichheit, sondern auf semantischen Eigenschaften. Beispiele:

  • Das Bild zeigt eine Landschaft ⟷ Zu sehen ist eine Naturszene
  • Die Arbeit entstand 1972 ⟷ Das Werk wurde in den frühen 70ern geschaffen
  • Kritik an der Gesellschaft ⟷ Gesellschaftliche Auseinandersetzung
  • Er lehnte das Angebot ab ⟷ Er wies den Vorschlag zurück

Als ähnlich erkannt werden Synonyme, Umschreibungen und Paraphrasen sowie gleiche Bedeutungen – auch in unterschiedlichen Sprachen – erkannt. Beispiel: Kunst und Politik ⟷ art and politics.

Aktuell werden die Textverwandtschaften auf Basis des gesamten Textkorpus statisch vorberechnet und bei Änderungen einzelner Inhalte aktualisiert. In die Berechnung werden nur Textabschnitte einbezogen, die mehr als 100 Wörter Inhalt haben. Leere oder kurze Abschnitte sind daher in dieser Textgenetik nicht enthalten.

Die Verwandtschafts-Abstufungen wurden in 6 Gruppen zusammengefasst: 0 = keine Verwandtschaft, 20, 40, 60, 80, 100 = sehr nah am aktuellen Text.

Die Fundstellen in dieser Verwandtschafts-Textgenetik liefern also möglicherweise völlig andere, eventuell unerwartete Lese-Anregungen, während die zugeordneten Verweise (unter siehe auch) redaktionell ausgewählt wurden.