Vortrag / Rede ICOM-Kongress

Termin
25.06.1981

Veranstaltungsort
Düsseldorf, Deutschland

Avantgarde und Tradition

Text

„Bazon Brock fordert neue Definition für »Avantgarde« Eine Lanze für die oft mißverständliche Avantgarde-Kunst brach der Kunsttheoretiker und Kommunikations-Designer Bazon Brock (Wuppertal) vor 100 führenden Museumsexperten aus aller Welt in Düsseldorf Nach seiner Auffassung ist es an der Zeit, den Begriff der Avantgarde neu zu definieren. Dabei sei zu berücksichtigen, daß es erst die neuen Kunstformen möglich machten, die alten Meister und die Vergangenheit in einem veränderten Licht zu sehen und für die Gegenwart zu verlebendigen. Er bezeichnete es als falsch, die Diskussion über die zeitgenössische Kunst aus der Sicht der Erfahrung zu führen. Im Gegenteil sollte man die Tradition immer wieder vorn Standort der Gegenwart aus gleichsam rückwärts neu aufbauen. Wenn dies geschehe, träten Verbindungslinien hervor, mit denen sich leichter die auf Unverständnis und Beziehungslosigkeit beruhende Ablehnung neuer Kunstströmungen in der Bevölkerung überwinden lasse Nach Meinung Brocks ist die Kunstgeschichte heute vollgepackt und präsent wie kaum jemals zuvor, wie überhaupt schon die Existenz der Avantgarde die Menschen zwinge, sich zum Vergleich auch mit dem Alten zu beschäftigen.“ - aus: Form, Nr. 95/1981, S. 53

Textverwandtschaften

1957 1958 1959 1960 1961 1962 1963 1964 1965 1966 1967 1968 1969 1970 1971 1972 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979 1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026

Jeder Streifen repräsentiert einen Textabschnitt in der Arbeitsbiografie. Je heller ein Streifen, desto verwandter ist der Text mit dem aktuellen Text. Der aktuelle Werk hat die Farbe Rot, der aktuelle Abschnitt ist orange markiert.

Grundlage der Textanalyse ist das Sprachmodell MiniLM-L12 / BGE-M3. Mit dessen Hilfe wird der aktuelle Textabschnitt mit allen anderen Textabschnitten verglichen (insgesamt knapp 3 Millionen Kombinationen) und ein Ähnlichkeitskennwert berechnet.

Die Ähnlichkeit basiert nicht auf Wortgleichheit, sondern auf semantischen Eigenschaften. Beispiele:

  • Das Bild zeigt eine Landschaft ⟷ Zu sehen ist eine Naturszene
  • Die Arbeit entstand 1972 ⟷ Das Werk wurde in den frühen 70ern geschaffen
  • Kritik an der Gesellschaft ⟷ Gesellschaftliche Auseinandersetzung
  • Er lehnte das Angebot ab ⟷ Er wies den Vorschlag zurück

Als ähnlich erkannt werden Synonyme, Umschreibungen und Paraphrasen sowie gleiche Bedeutungen – auch in unterschiedlichen Sprachen – erkannt. Beispiel: Kunst und Politik ⟷ art and politics.

Aktuell werden die Textverwandtschaften auf Basis des gesamten Textkorpus statisch vorberechnet und bei Änderungen einzelner Inhalte aktualisiert. In die Berechnung werden nur Textabschnitte einbezogen, die mehr als 100 Wörter Inhalt haben. Leere oder kurze Abschnitte sind daher in dieser Textgenetik nicht enthalten.

Die Verwandtschafts-Abstufungen wurden in 6 Gruppen zusammengefasst: 0 = keine Verwandtschaft, 20, 40, 60, 80, 100 = sehr nah am aktuellen Text.

Die Fundstellen in dieser Verwandtschafts-Textgenetik liefern also möglicherweise völlig andere, eventuell unerwartete Lese-Anregungen, während die zugeordneten Verweise (unter siehe auch) redaktionell ausgewählt wurden.