Höllenfahrt
Text
Das letzte Mal, als eine Kirche sich aus Geboten der Sittlichkeit für Asylgewährung aus eigener Machtvollkommenheit lebhaft engagierte, verhalf sie nicht nur mit passiver Duldung, sondern mit aktiver Förderung bis zur konspirativen Ranküne Tausenden von gesuchten Kriegsverbrechern zum Verschwinden aus ihrem Wirkungsfeld in Deutschland, Ost- und Südosteuropa - zumeist nach Südamerika, dessen Länder für ihre strikte Rechtstaatlichkeit notorisch berühmt sind. Aus der Kritik an dieser Eigenmächtigkeit hat man offensichtlich gelernt. Diesmal versucht man es mit unschuldigen Flüchtlingen, das hebt die Glaubwürdigkeit, aber nur vorübergehend, denn was geschieht mit den Menschen nach Beendigung des Kirchenasyls? Wer sich auf Urteile aus eigener sittlicher Vollkommenheit beruft, muß natürlich die Folgen tragen, versichern die Kirchenoberen ihren Gläubigen; also sollten die Kirchen diejenigen, denen sie Asyl gewähren, auch auf alle absehbare Zukunft ernähren und behausen, sie gegen Krankheit und Arbeitslosigkeit versichern.
Das Programm "Kreuze zu Pflugscharen, Kirchen zu Wohnhäusern, Pfarrer zu Hausmeistern und Oblaten zu täglich Brot" ist begrüßenswert, aber natürlich nicht mit staatlich eingetriebenen Steuermitteln, denn wer wird schon Gelder aus der Hand eines Unrechtstaates annehmen bei hoch entwickeltem sittlichen Gewissen? Wer wird sich schon als kirchlicher Repräsentant bei jedem Staatsakt in vollem Ornat in die erste Reihe setzen? Wer wird noch Behörden oder Ordnungskräfte wie die Polizei und den Grenzschutz Prozessionen begleiten oder Kirchentage regulieren lassen, wenn deren Vertreter doch nur den Unrechtstaat, die Unmenschlichkeit und die Blindheit bürokratischer Formalismen exekutieren?
Gewaltige Veränderungen stehen uns ins Haus. Der Schlaf des Gewissens gebiert Ungeheuer, die jetzt erwachen - sind die bei Goya nicht alle schwarz gekleidet? Unsere Pfarrer können nicht gemeint sein, denn die tragen längst Jeans und Discobunt. Ist das Gewissen selbst ein Ungeheuer, weil es außer sich nichts gelten läßt?
Textverwandtschaften
Jeder Streifen repräsentiert einen Textabschnitt in der Arbeitsbiografie. Je heller ein Streifen, desto verwandter ist der Text mit dem aktuellen Text. Der aktuelle Werk hat die Farbe Rot, der aktuelle Abschnitt ist orange markiert.
Grundlage der Textanalyse ist das Sprachmodell MiniLM-L12 / BGE-M3. Mit dessen Hilfe wird der aktuelle Textabschnitt mit allen anderen Textabschnitten verglichen (insgesamt knapp 3 Millionen Kombinationen) und ein Ähnlichkeitskennwert berechnet.
Die Ähnlichkeit basiert nicht auf Wortgleichheit, sondern auf semantischen Eigenschaften. Beispiele:
- Das Bild zeigt eine Landschaft ⟷ Zu sehen ist eine Naturszene
- Die Arbeit entstand 1972 ⟷ Das Werk wurde in den frühen 70ern geschaffen
- Kritik an der Gesellschaft ⟷ Gesellschaftliche Auseinandersetzung
- Er lehnte das Angebot ab ⟷ Er wies den Vorschlag zurück
Als ähnlich erkannt werden Synonyme, Umschreibungen und Paraphrasen sowie gleiche Bedeutungen – auch in unterschiedlichen Sprachen – erkannt. Beispiel: Kunst und Politik ⟷ art and politics.
Aktuell werden die Textverwandtschaften auf Basis des gesamten Textkorpus statisch vorberechnet und bei Änderungen einzelner Inhalte aktualisiert. In die Berechnung werden nur Textabschnitte einbezogen, die mehr als 100 Wörter Inhalt haben. Leere oder kurze Abschnitte sind daher in dieser Textgenetik nicht enthalten.
Die Verwandtschafts-Abstufungen wurden in 6 Gruppen zusammengefasst: 0 = keine Verwandtschaft, 20, 40, 60, 80, 100 = sehr nah am aktuellen Text.
Die Fundstellen in dieser Verwandtschafts-Textgenetik liefern also möglicherweise völlig andere, eventuell unerwartete Lese-Anregungen, während die zugeordneten Verweise (unter siehe auch) redaktionell ausgewählt wurden.