TV Total - Virtuelle Leichen
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Und nun Goma - selbst die maskensicheren Nachrichtenvorbeter von CNN bekennen wahrheitswidrig, ihnen fehlten die Worte, um das Grauen zu beschreiben - deshalb zeigten sie immer bloß Bilder, tausendfach Bilder, die ja mehr sagten als alle Worte: ausgenommen die Worte, mit denen die Bildbetrachter aufgefordert werden, nun mal tüchtig für die humanitäre Bewältigung der Leichenhaufen zu spenden, damit es bald nicht mehr diese Bilder ohne Worte zu geben brauche; mit so vielen Leichen, daß wir sie nicht fassen können, sondern nur mit so vielen, wie wir ohne Ablaßspende, aber mit goldenen Worten als TV-Unterhaltung zu genießen vermögen.
Auch sorgten sich die Virtuality-Herren, wie lange wir wohl vor der Simulationsmaschine TV noch reaktionsfähig blieben in Empörung, Mitleid und Mittat. Sie fragten sich, wie lange solche Programme für die Zuschauer noch attraktiv sein könnten. Keine Angst! Solange diese Elite bildergewaltiger Moderatoren mit geheucheltem Pathos die Weltgemeinschaft noch anklagt, im Unterschied zu ihnen nichts gegen diese "Katastrophen" mit echten Leichen zu tun, ist die Wut gegen Friedensstörer und Kriegsverbrecher, über Kinderschänder und Massenmörder, über tatenlose Bundeswehr und feigen UNO-Einsatz gesichert. Oh, wie schrecklich, diese Unmenschen! Denen werden wir es zeigen an diesem Wochenende auf dem Hockenheimring, wenn Schumi nicht fahren sollte. Wehe ihnen, dann schlagen wir alles kurz und klein. Wenn Schumi aber fährt und siegt, dann feiern wir die Ärzte ohne Grenzen, weil sie allen anderen Helfern in Goma kapitale Fehler vorwerfen; und die Helden der französischen Armee, weil sie Schutzzonen für verjagte Mehrheiten einrichteten; die Freiheitskämpfer, weil sie Minderheiten zur Macht verhalfen; die demokratischen Regierungen, weil sie Waffenhilfe an alle Parteien ohne Ansehen der Ziele und Methoden gewährten! Wenn Schumacher in der Hölle von Hockenheim siegt, dann zeigen wir vor allem unseren alles Elend bezwingenden menschlichen Optimismus, der doch nicht tot zu kriegen ist. Wetten, daß? Na, warten wir noch ein Weilchen auf ein Goma im Großraum Görlitz, Berlin, Stettin.
Damit wir uns daran gewöhnen, sehen wir TV Total mit Leichen, Lotto und Lebenslust. Ist ja alles bloß virtuelle Realität - bis dahin!
Textverwandtschaften
Jeder Streifen repräsentiert einen Textabschnitt in der Arbeitsbiografie. Je heller ein Streifen, desto verwandter ist der Text mit dem aktuellen Text. Der aktuelle Werk hat die Farbe Rot, der aktuelle Abschnitt ist orange markiert.
Grundlage der Textanalyse ist das Sprachmodell MiniLM-L12 / BGE-M3. Mit dessen Hilfe wird der aktuelle Textabschnitt mit allen anderen Textabschnitten verglichen (insgesamt knapp 3 Millionen Kombinationen) und ein Ähnlichkeitskennwert berechnet.
Die Ähnlichkeit basiert nicht auf Wortgleichheit, sondern auf semantischen Eigenschaften. Beispiele:
- Das Bild zeigt eine Landschaft ⟷ Zu sehen ist eine Naturszene
- Die Arbeit entstand 1972 ⟷ Das Werk wurde in den frühen 70ern geschaffen
- Kritik an der Gesellschaft ⟷ Gesellschaftliche Auseinandersetzung
- Er lehnte das Angebot ab ⟷ Er wies den Vorschlag zurück
Als ähnlich erkannt werden Synonyme, Umschreibungen und Paraphrasen sowie gleiche Bedeutungen – auch in unterschiedlichen Sprachen – erkannt. Beispiel: Kunst und Politik ⟷ art and politics.
Aktuell werden die Textverwandtschaften auf Basis des gesamten Textkorpus statisch vorberechnet und bei Änderungen einzelner Inhalte aktualisiert. In die Berechnung werden nur Textabschnitte einbezogen, die mehr als 100 Wörter Inhalt haben. Leere oder kurze Abschnitte sind daher in dieser Textgenetik nicht enthalten.
Die Verwandtschafts-Abstufungen wurden in 6 Gruppen zusammengefasst: 0 = keine Verwandtschaft, 20, 40, 60, 80, 100 = sehr nah am aktuellen Text.
Die Fundstellen in dieser Verwandtschafts-Textgenetik liefern also möglicherweise völlig andere, eventuell unerwartete Lese-Anregungen, während die zugeordneten Verweise (unter siehe auch) redaktionell ausgewählt wurden.