Diskussion 50 Jahre 1968

Diskussion mit Bazon Brock, Nicole Colin und Ingrid Gilcher-Holtey

50 Jahre 1968, Bild: V.l.n.r.: Nicole Colin, Ingrid Gilcher-Holtey, Bazon Brock, Joachim Umlauf. Goethe-Institut Amsterdam, 11.01.2018. Foto © Andreas Hack.
50 Jahre 1968; Bild: V.l.n.r.: Nicole Colin, Ingrid Gilcher-Holtey, Bazon Brock, Joachim Umlauf. Goethe-Institut Amsterdam, 11.01.2018. Foto © Andreas Hack

In der Diskussion soll es zum einen um die Frage der 68er Bewegung im transnationalen Kontext gehen, zum anderen um die Frage, inwiefern die 68er Bewegung die Gesellschaften –vor allem die westlichen – nachhaltig verändert und möglicherweise sogar demokratisiert hat. Ein weiterer zu diskutierender Aspekt wird das seit ca. 10 Jahren teilweise sehr präsente Phänomen des sogenannten „68-Bashing“ sein.

Termin
11.01.2018, 18:00 Uhr

Veranstaltungsort
Amsterdam, Holland

Adresse
Goethe-Institut Amsterdam, Herengracht 470, NL-1017 CA Amsterdam

Veranstalter
Goethe-Institut

Die 68er – die erfolgreichste Generation aller Zeiten

Text

Die 68er waren die erfolgreichste Generation aller historischen Zeiten. Was wollten diese Klamaukbrüder? Ihresgleichen wünschten den möglichst radikalen Niedergang der US-amerikanischen Vormachtstellung, den Sieg der Russen im 0st-West-Konflikt und den Sieg der Maoisten im Kulturkampf gegen verstockte Konservative, die Befreiung der Dritten Welt sowie den Sieg der Afrikaner über den weißen Rassismus. Das war Wunschgebet und Stoßziel aller 68er – und was ist dabei herausgekommen? Vierzig Jahre später ist der amerikanische Führungsanspruch in der Welt völlig desavouiert; Russland und China gelten ohne jeden Zweifel als die einflussreichsten Großmächte der Zukunft; die Dritte Welt entdeckte den Islam zwischen Malaysia/Indonesien und Algerien/Marokko als die sie gemeinsam bestimmende Kraft, der sich längst Europa und USA anempfohlen haben; und die afrikanische Urmutter der Menschheit konnte sich offiziell mit der Kennzeichnung der Schwarzen in den USA als afrikanische Amerikaner politisch korrekte Geltung verschaffen. Welch ein Triumph!

Textverwandtschaften

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Jeder Streifen repräsentiert einen Textabschnitt in der Arbeitsbiografie. Je heller ein Streifen, desto verwandter ist der Text mit dem aktuellen Text. Der aktuelle Werk hat die Farbe Rot, der aktuelle Abschnitt ist orange markiert.

Grundlage der Textanalyse ist das Sprachmodell MiniLM-L12 / BGE-M3. Mit dessen Hilfe wird der aktuelle Textabschnitt mit allen anderen Textabschnitten verglichen (insgesamt knapp 3 Millionen Kombinationen) und ein Ähnlichkeitskennwert berechnet.

Die Ähnlichkeit basiert nicht auf Wortgleichheit, sondern auf semantischen Eigenschaften. Beispiele:

  • Das Bild zeigt eine Landschaft ⟷ Zu sehen ist eine Naturszene
  • Die Arbeit entstand 1972 ⟷ Das Werk wurde in den frühen 70ern geschaffen
  • Kritik an der Gesellschaft ⟷ Gesellschaftliche Auseinandersetzung
  • Er lehnte das Angebot ab ⟷ Er wies den Vorschlag zurück

Als ähnlich erkannt werden Synonyme, Umschreibungen und Paraphrasen sowie gleiche Bedeutungen – auch in unterschiedlichen Sprachen – erkannt. Beispiel: Kunst und Politik ⟷ art and politics.

Aktuell werden die Textverwandtschaften auf Basis des gesamten Textkorpus statisch vorberechnet und bei Änderungen einzelner Inhalte aktualisiert. In die Berechnung werden nur Textabschnitte einbezogen, die mehr als 100 Wörter Inhalt haben. Leere oder kurze Abschnitte sind daher in dieser Textgenetik nicht enthalten.

Die Verwandtschafts-Abstufungen wurden in 6 Gruppen zusammengefasst: 0 = keine Verwandtschaft, 20, 40, 60, 80, 100 = sehr nah am aktuellen Text.

Die Fundstellen in dieser Verwandtschafts-Textgenetik liefern also möglicherweise völlig andere, eventuell unerwartete Lese-Anregungen, während die zugeordneten Verweise (unter siehe auch) redaktionell ausgewählt wurden.