Das strikte Beharren auf einer absoluten Unterscheidbarkeit von Ja und Nein fußt also auf dem Unwillen, beide als sich gegenseitig bedingende Entwürfe zu begreifen, und muss schließlich in Selbstvernichtung gipfeln. In dieser metaphorischen Szene, in welcher das Leben als Werkstatt realisiert ist, zeigt sich die dringende Notwendigkeit des „Dennoch“: Wenn die Forderung nach absoluter Entscheidbarkeit in jeder Lebenslage unweigerlich in Selbstzerstörung kulminiert, dann kann die einzige lebenserhaltende Option darin liegen, sich gegen vermeintliche Ausschließlichkeit zu behaupten. Es muss also möglich sein, ein Leben zu führen, das für unwahrscheinlich und absurd gehalten wird.
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Mathias Bergmann
07.01.2020, 00:00
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