Felix Kemner: Sauerstoffhemisphäre „Cosmoos“

Ausstellung vom 17.08.–06.09.2018

Felix Kemner: Sauerstoffhemisphäre „Cosmoos“ | Ausstellung Kunsthaus Rhenania Köln, 17.08.-06.09.2018. Foto: Felix Zootzky
Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

Vernissage: Freitag, 17.08.2018, 19 Uhr
Eröffnungsrede: Bazon Brock

Felix Kemners Kunst in eine der Schubladen verschiedener Kunst-Ismen einzuordnen ist vom Grunde auf nicht möglich und auch vom Künstler nicht gewollt. Seine vielfältigen Werke – ob sie nun aus der literarischen, der bildenden oder der aktionistischen Beschäftigung des Künstlers mit Kunst kommen – könnte man als konzeptuelle Denkfabriken bezeichnen, die den Betrachter zum Mit- und Weiterdenken anregen sollen. Sie entziehen sich überwiegend einer breiten Vermarktung als begehrte Wandaktie und entsprechen damit dem Geist der anfangs der 60er Jahre in Köln und Umgebung aufblühenden aktionistischen Kunst- und Musikszene mit ihren Protagonisten wie Haro Lauhus, Mary Bauermeister, Buja Bingemer, Christo, Nam June Paik, Ben Patterson, Daniel Spoerri, Wolf Vostell oder der quirlige Organisator Ingo Kümmel, die Gruppe CAN und viele mehr. Mit diesen Weg-gefährten, die alle als Gäste und Akteure in seinem „Atelierhaus“ in Weiden verkehrten, begann Felix Kemner seine künstlerische Laufbahn.

Mit ihren Protagonisten ist auch diese überaus aktive und prägende Zeit in Köln heute fast
in Vergessenheit geraten. Einer von ihnen, Felix Kemner, wird am 25. Juli 85 Jahre alt. Grund genug, ihn mit dieser Ausstellung zu ehren und sein Werk wieder in Erinnerung zu rufen, mit dem er Umweltthemen ins Bewusstsein holte, lange bevor sie durch die Gründung der „Grünen“ Partei 1980 allgemein thematisiert wurden.

Schon Ende der 60er Jahre befasste er sich mit Umweltthemen und verwirklichte 1969 die erste Sauerstoffproduktionsanlage mit Moos in den Straßen von Köln, Aachen und München. Ebenso produzierte er eine Sauerstoffhemishäre „Cosmoos“ (ein Moos-Feld unter einer Plexiglas-Kuppel), brachte mit der Galerie Kümmel das Buch Moos-Es und die Atem-Börse heraus oder installierte 1971 im Folkwang-Museum Essen ein moss-star-environement. Es folgten zahlreiche Ausstellungen in Galerien und Museen u.a. in Brüssel, Düsseldorf, München, Wien, Paris, Bologna und er nahm 1974/75 am 10th/11th Anual Avantgarde Festival von Charlotte Moorman in NY teil. Er schrieb Gedichte und Texte, produzierte Filme und Hörspiele. Zuletzt zeigte das ZKM in Karlsruhe in der Ausstellung EXO-Evolution 2016 eine Gruppe von Moos-Arbeiten des Künstlers und kaufte mehrere Werke und Dokumen-tationen für die Sammlung an.

Kemner ist ein Pionier der Umweltkunst und sein frühes Werk war zukunftsweisend. Man kann es nicht besser formulieren als es Klaus Flemming in seinem Artikel über ihn im Kunstmagazin Kunst Köln 2/1993 schrieb: „Ich weiß eigentlich nicht so genau, ob Du die glasüberkuppelte Mooslandschaft „Cosmoss“ aus 1969 auch schon im Hinblick auf Umweltbedrohung gesehen hast, aber jeder Künstler, der heute in irgendeiner Form „Umweltkunst“ betreibt, wird sich daran messen lassen müssen“.

Öffnungszeiten: Fr – So 16 – 20 Uhr und nach Vereinbarung unter: kontakt@kunsthaus-rhenania.de
www.kunsthaus-rhenania.de