Aktion Überwachen und Schlafen

Im Rahmen der Ausstellung „Schlafende“ in der Denkerei Berlin

Elisabeth von Samsonow: Überwachen und Schlafen, Bild: Denkerei, Berlin, 13.09.2017. Foto © Marina Sawall. + 1 Bild
Elisabeth von Samsonow: Überwachen und Schlafen; Bild: Denkerei, Berlin, 13.09.2017. Foto © Marina Sawall

Termin
13.09.2017, 18:30 Uhr

Veranstaltungsort
Berlin, Deutschland

Adresse
Denkerei, Oranienplatz 2, 10999 Berlin

Veranstalter
Denkerei

Performance-Vortrag von Elisabeth von Samsonow

Text

Sándor Ferenczi macht 1924 die ernüchternde Feststellung (mit welcher er Freuds These vom Unbehagen in der Kultur vorwegnimmt), dass die Kultur nichts weniger als einen Versuch darstellt, die allgemeine Schlafsucht und das Mißbehagen am Wachsein mit geeigneten Mitteln zu befriedigen. Diese von Ferenczi unterstellte allgemeine Schlafsucht in ihrer (organischen, psychologischen) Primitivität wird in Elisabeth von Samsonows Vortrag dem Syndrom der Überwachung(ssucht) gegenübergestellt. Will man nun wirklich überwacht werden? Schläft man besser, wenn man überwacht wird? Gibt es eine geheime Lust an der Überwachung, die der Angst, im Schlaf verloren zu gehen, korreliert ist? Nicht zuletzt geht es um den Ursprung von Theologie und Technologie als Spezialisierungen von Überwachungsarbeit. Der Vortrag lädt die Gäste dazu ein, ihn zu verschlafen.

Die österreichische Künstlerin und Philosophin Elisabeth von Samsonow spricht und agiert in der Auseinandersetzung mit Schlaf und Schlaflosigkeit in einer Mischung aus konfuser Kunst und luzider Analyse.

Zur Person:

Elisabeth von Samsonow ist Professorin für Philosophie und Historische Anthropologie der Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien und arbeitet als Künstlerin in Wien und Hadres/Niederösterreich.

siehe auch:

Textverwandtschaften

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Jeder Streifen repräsentiert einen Textabschnitt in der Arbeitsbiografie. Je heller ein Streifen, desto verwandter ist der Text mit dem aktuellen Text. Der aktuelle Werk hat die Farbe Rot, der aktuelle Abschnitt ist orange markiert.

Grundlage der Textanalyse ist das Sprachmodell MiniLM-L12 / BGE-M3. Mit dessen Hilfe wird der aktuelle Textabschnitt mit allen anderen Textabschnitten verglichen (insgesamt knapp 3 Millionen Kombinationen) und ein Ähnlichkeitskennwert berechnet.

Die Ähnlichkeit basiert nicht auf Wortgleichheit, sondern auf semantischen Eigenschaften. Beispiele:

  • Das Bild zeigt eine LandschaftZu sehen ist eine Naturszene
  • Die Arbeit entstand 1972Das Werk wurde in den frühen 70ern geschaffen
  • Kritik an der GesellschaftGesellschaftliche Auseinandersetzung
  • Er lehnte das Angebot abEr wies den Vorschlag zurück

Als ähnlich erkannt werden Synonyme, Umschreibungen und Paraphrasen sowie gleiche Bedeutungen – auch in unterschiedlichen Sprachen – erkannt. Beispiel: Kunst und Politikart and politics.

Aktuell werden die Textverwandtschaften auf Basis des gesamten Textkorpus statisch vorberechnet und bei Änderungen einzelner Inhalte aktualisiert. In die Berechnung werden nur Textabschnitte einbezogen, die mehr als 100 Wörter Inhalt haben. Leere oder kurze Abschnitte sind daher in dieser Textgenetik nicht enthalten.

Die Verwandtschafts-Abstufungen wurden in 6 Gruppen zusammengefasst: 0 = keine Verwandtschaft, 20, 40, 60, 80, 100 = sehr nah am aktuellen Text.

Die Fundstellen in dieser Verwandtschafts-Textgenetik liefern also möglicherweise völlig andere, eventuell unerwartete Lese-Anregungen, während die zugeordneten Verweise (unter siehe auch) redaktionell ausgewählt wurden.