Buch Summa summarum: Sammeln heute

Summa summarum: Sammeln heute, 2002, Bild: Titelblatt.
Summa summarum: Sammeln heute, 2002; Bild: Titelblatt

Erschienen
2001

Autor
Brock, Bazon

Herausgeber
Breuer, Gerda

Verlag
Stroemfeld

Erscheinungsort
Frankfurt am Main, Deutschland

ISBN
3-87877-755-8

Umfang
156 Seiten

Einband
engl. brosch. : EUR 19.00

Aus der Erde - zur Erde zurück

Text

Ein anderes Objekt aus den Beständen internationaler Museumsshops ist eine grauseidene Krawatte, bedruckt mit Magrittes Bildnis eines Apfels und der dazugehörigen Inschrift "Dies ist kein Apfel" - ebensowenig wie die berühmtere "Pfeife" eine - rauchbare - Pfeife war, denn es war ja eine gemalte Pfeife!

Besinnliche Lebenswahrheiten ergeben sich aus der Verknüpfung des Apfelmotivs mit der Form der Krawatte, die traditionellerweise nach unten zugespitzt ist, wie alle Gegenstände, die eine Richtung anweisen. Wenn man eine Krawatte am Halse hat, zudem eine Erinnerung an den Strick, der jedem unbotmäßigen Herrn droht - dann weist die Spitze zum Boden. Feministinnen haben zwar den Einwand erhoben, die Herren der Schöpfung trügen dieses Accessoire, um auf ihr Potenzzentrum zu verweisen, doch konnte der ostfriesische Komiker Otto in den 70er Jahren diese Bedenken ausräumen, indem er sagte: der Schlips zeigt nicht zum Hoden, sondern zum Boden. Dies entspricht in verblüffender Weise den Einsichten, die Isaac Newton gewann: als er in einem Garten lag und ihm die Äpfel auf den Kopf fielen, entdeckte er das Gesetz der Schwerkraft.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm - das wußten die Bürger immer schon - und wenn man das Fruchtmotiv und die intentionale Gestalt der Krawatte zusammenbringt, lautet das Ergebnis: der Mann trägt den Apfel-Schlips im Bewußtsein, daß auch er, der sich auf dem Boden aufrichtet, eines Tages in ihn zurückkehren wird. Aus der Erde stammen wir, zur Erde müssen wir wieder zurück, die Krawatte wird ein schöner Anzeiger des Bewußtseins eigener Sterblichkeit. Ihre Träger erscheinen so als aufgeklärte Wesen, die jederzeit bekunden: "wir wissen, daß wir sterblich sind".

Vanitas Vanitatum!

Textverwandtschaften

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Jeder Streifen repräsentiert einen Textabschnitt in der Arbeitsbiografie. Je heller ein Streifen, desto verwandter ist der Text mit dem aktuellen Text. Der aktuelle Werk hat die Farbe Rot, der aktuelle Abschnitt ist orange markiert.

Grundlage der Textanalyse ist das Sprachmodell MiniLM-L12 / BGE-M3. Mit dessen Hilfe wird der aktuelle Textabschnitt mit allen anderen Textabschnitten verglichen (insgesamt knapp 3 Millionen Kombinationen) und ein Ähnlichkeitskennwert berechnet.

Die Ähnlichkeit basiert nicht auf Wortgleichheit, sondern auf semantischen Eigenschaften. Beispiele:

  • Das Bild zeigt eine LandschaftZu sehen ist eine Naturszene
  • Die Arbeit entstand 1972Das Werk wurde in den frühen 70ern geschaffen
  • Kritik an der GesellschaftGesellschaftliche Auseinandersetzung
  • Er lehnte das Angebot abEr wies den Vorschlag zurück

Als ähnlich erkannt werden Synonyme, Umschreibungen und Paraphrasen sowie gleiche Bedeutungen – auch in unterschiedlichen Sprachen – erkannt. Beispiel: Kunst und Politikart and politics.

Aktuell werden die Textverwandtschaften auf Basis des gesamten Textkorpus statisch vorberechnet und bei Änderungen einzelner Inhalte aktualisiert. In die Berechnung werden nur Textabschnitte einbezogen, die mehr als 100 Wörter Inhalt haben. Leere oder kurze Abschnitte sind daher in dieser Textgenetik nicht enthalten.

Die Verwandtschafts-Abstufungen wurden in 6 Gruppen zusammengefasst: 0 = keine Verwandtschaft, 20, 40, 60, 80, 100 = sehr nah am aktuellen Text.

Die Fundstellen in dieser Verwandtschafts-Textgenetik liefern also möglicherweise völlig andere, eventuell unerwartete Lese-Anregungen, während die zugeordneten Verweise (unter siehe auch) redaktionell ausgewählt wurden.