Diskussion Brechtfestival Augsburg

23.02.-4.03.2018

SONNTAG 25.02.2018
14.00 Uhr brechtbühne

Das ABC der Solidarität

Mit: Kathrin Röggla, Stefanie Sargnagel, Bazon Brock
Moderation: Knut Cordsen (Bayern2 Radio)

Tickets:
Regulär: 15€
Ermäßigt: 10€ 

https://brechtfestival.de/programm/das-abc-der-solidaritaet

Termin
25.02.2018, 14:00 Uhr

Veranstaltungsort
Augsburg, Deutschland

Adresse
brechtbühne, Kasernstr. 4-6, 86152 Augsburg

Veranstalter
Brechtfestival Ausgburg

Das ABC der Solidarität

Literarisches Podium mit Kathrin Röggla, Stefanie Sargnagel, Bazon Brock

Text

Das, was wir einmal für eine allgemeine und für alle Menschen verbindliche Wirklichkeit hielten, zersplittert in unzählige Variationen von Realität(en).
Durch Globalisierung und Digitalisierung erleben wir die Welt nur noch als Ausschnitt und Fragment. Zusätzlich befeuert wird das durch die immer höher werdende Geschwindigkeit unserer Medienberichterstattung. Wir blättern und zappen uns durch die medialen Angebote dessen, was uns in Kombination mit Bildung und Geschichtsbewusstsein zu einem schlüssigen Weltbild verhelfen soll, in dem wir uns dann so trittsicher, zielstrebig, angst- und vorurteilsfrei wie möglich bewegen sollen, sind aber zunehmend überwältigt von dieser ungefilterten Bilder- und Informationsflut. Wir verlieren zusehends den Orientierungspunkt, von dem aus wir unsere Welt verstehen und uns wiederum zu ihr ins Verhältnis setzen können, um sie schließlich vielleicht sogar mitgestalten zu können.

Von diesem in seinen Gewissheiten erodierenden Lebensgefühl spricht Brechts Fatzer, wenn er konstatiert „so sitzend/ zwischen noch nicht und schon nicht mehr/ glaub ich nicht, was ich denk!“
Dass es ein „weiter so“ nicht geben kann, ist inzwischen auf allen gesellschaftlichen Ebenen Konsens. Doch in welche Richtung soll die Reise gehen? Was ist die Antwort auf das Bündel der globalen Krisen von der Erderwärmung bis zur sozialen Ungerechtigkeit? Brauchen wir mehr Egoismus? Oder mehr Solidarität? Beides? Und was heißt das dann konkret?

Ausgehend von Brechts Essay „Fünf Schwierigkeiten beim Schreiben der Wahrheit“ laden wir drei Autor*innen ein, jeweils ein Thesenpapier zum Verhältnis von Egoismus und Solidarität heute zu entwickeln. Das Publikum bekommt die gesammelten Thesen in Form eines Readers im Rahmen der Veranstaltung ausgehändigt. Auf der Bühne vertreten die Autor*innen ihre jeweiligen Standpunkte in drei 15minütigen Statements. Anschließend sind alle eingeladen, das Gehörte im Rahmen einer moderierten Podiumsdiskussion zu vertiefen, zu hinterfragen oder Gegenpositionen zu formulieren.

Textverwandtschaften

1957 1958 1959 1960 1961 1962 1963 1964 1965 1966 1967 1968 1969 1970 1971 1972 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979 1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026

Jeder Streifen repräsentiert einen Textabschnitt in der Arbeitsbiografie. Je heller ein Streifen, desto verwandter ist der Text mit dem aktuellen Text. Der aktuelle Werk hat die Farbe Rot, der aktuelle Abschnitt ist orange markiert.

Grundlage der Textanalyse ist das Sprachmodell MiniLM-L12 / BGE-M3. Mit dessen Hilfe wird der aktuelle Textabschnitt mit allen anderen Textabschnitten verglichen (insgesamt knapp 3 Millionen Kombinationen) und ein Ähnlichkeitskennwert berechnet.

Die Ähnlichkeit basiert nicht auf Wortgleichheit, sondern auf semantischen Eigenschaften. Beispiele:

  • Das Bild zeigt eine LandschaftZu sehen ist eine Naturszene
  • Die Arbeit entstand 1972Das Werk wurde in den frühen 70ern geschaffen
  • Kritik an der GesellschaftGesellschaftliche Auseinandersetzung
  • Er lehnte das Angebot abEr wies den Vorschlag zurück

Als ähnlich erkannt werden Synonyme, Umschreibungen und Paraphrasen sowie gleiche Bedeutungen – auch in unterschiedlichen Sprachen – erkannt. Beispiel: Kunst und Politikart and politics.

Aktuell werden die Textverwandtschaften auf Basis des gesamten Textkorpus statisch vorberechnet und bei Änderungen einzelner Inhalte aktualisiert. In die Berechnung werden nur Textabschnitte einbezogen, die mehr als 100 Wörter Inhalt haben. Leere oder kurze Abschnitte sind daher in dieser Textgenetik nicht enthalten.

Die Verwandtschafts-Abstufungen wurden in 6 Gruppen zusammengefasst: 0 = keine Verwandtschaft, 20, 40, 60, 80, 100 = sehr nah am aktuellen Text.

Die Fundstellen in dieser Verwandtschafts-Textgenetik liefern also möglicherweise völlig andere, eventuell unerwartete Lese-Anregungen, während die zugeordneten Verweise (unter siehe auch) redaktionell ausgewählt wurden.