Buch Bilder in Bewegung

Traditionen digitaler Ästhetik

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Erschienen
1999

Herausgeber
Hemken, Kai-Uwe

Verlag
DuMont

Erscheinungsort
Köln, Deutschland

ISBN
3770152395

Umfang
240 Seiten

Einband
Broschiert

2 c) KI

Text

Das Erschaffen künstlicher Intelligenz (KI) sollte nicht unmittelbar an Formen künstlichen Lebens gebunden werden; Pygmalions Mißverständnis von Animismus sollten wir venneiden.

KI kann sich als bloße Optimierung, also als kulturelle Entfaltung natürlicher Lebensformen behaupten. Die Entwicklung von Biochips folgt dieser Strategie von kultureller Optimierung natürlicher Lebensäußerungen.

Bis auf weiteres schlagen wir uns mit folgendem Problem herum:
Wie kann Kommunikation zwischen den Einheiten der künstlichen Intelligenz, also zwischen Computern, ermöglicht werden? Wie befähigt man die Apparate zur Ausbildung von ästhetischer Differenz, also zur Produktion von semantischem Rauschen? Bisher operieren sie nur auf der Basis von Verstehen, also dem Abgleichen von Adäquationen. Darüber hinaus müßten die KI-Einheiten zu lügen lernen und ihre Programme zu ändern verstehen, sobald Rückmeldungen aus ihrer Umwelt die Untauglichkeit ihrer hypothetischen Konstrukte signalisieren.

In gewisser Weise wurde mit der Programmierung des Schachcomputers »Deep Blue« schon die Erzeugung semantischen Überschusses ermöglicht - was angesichts der geringen Komplexität der Zeichengefüge auf der Schachbrettfläche wenig überrascht. Auch alle Konzepte globaler Vernetzung sämtlicher KI-Einheiten bleiben im Bereich bloßer Optimierungsstrategien. Ob damit das Verhältnis von globaler Intelligenz der Menschheit und den lokalen Intelligenzen der Individuen umgekehrt werden kann, ist fraglich.

Bisher gilt: »lokale Intelligenz > globale Intelligenz". Das Beispiel für die Umkehrung »lokale Intelligenz < globale Intelligenz« bieten etwa die Ameisen, die Bienen oder die Termiten. Sie zum Vorbild nehmen zu müssen, kränkt das Selbstverständnis von Menschen. Da aber alle bisherigen Kränkungen dieses Selbstverständnisses trotz fundamentalistischer Gewaltreaktion schlußendlich akzeptiert werden mußten, sollte man den bisherigen Widerstand gegen die Dominanz der globalen Intelligenz nicht überschätzen.

Textverwandtschaften

1957 1958 1959 1960 1961 1962 1963 1964 1965 1966 1967 1968 1969 1970 1971 1972 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979 1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026

Jeder Streifen repräsentiert einen Textabschnitt in der Arbeitsbiografie. Je heller ein Streifen, desto verwandter ist der Text mit dem aktuellen Text. Der aktuelle Werk hat die Farbe Rot, der aktuelle Abschnitt ist orange markiert.

Grundlage der Textanalyse ist das Sprachmodell MiniLM-L12 / BGE-M3. Mit dessen Hilfe wird der aktuelle Textabschnitt mit allen anderen Textabschnitten verglichen (insgesamt knapp 3 Millionen Kombinationen) und ein Ähnlichkeitskennwert berechnet.

Die Ähnlichkeit basiert nicht auf Wortgleichheit, sondern auf semantischen Eigenschaften. Beispiele:

  • Das Bild zeigt eine LandschaftZu sehen ist eine Naturszene
  • Die Arbeit entstand 1972Das Werk wurde in den frühen 70ern geschaffen
  • Kritik an der GesellschaftGesellschaftliche Auseinandersetzung
  • Er lehnte das Angebot abEr wies den Vorschlag zurück

Als ähnlich erkannt werden Synonyme, Umschreibungen und Paraphrasen sowie gleiche Bedeutungen – auch in unterschiedlichen Sprachen – erkannt. Beispiel: Kunst und Politikart and politics.

Aktuell werden die Textverwandtschaften auf Basis des gesamten Textkorpus statisch vorberechnet und bei Änderungen einzelner Inhalte aktualisiert. In die Berechnung werden nur Textabschnitte einbezogen, die mehr als 100 Wörter Inhalt haben. Leere oder kurze Abschnitte sind daher in dieser Textgenetik nicht enthalten.

Die Verwandtschafts-Abstufungen wurden in 6 Gruppen zusammengefasst: 0 = keine Verwandtschaft, 20, 40, 60, 80, 100 = sehr nah am aktuellen Text.

Die Fundstellen in dieser Verwandtschafts-Textgenetik liefern also möglicherweise völlig andere, eventuell unerwartete Lese-Anregungen, während die zugeordneten Verweise (unter siehe auch) redaktionell ausgewählt wurden.