Magazin ARTMAPP

Das Kunstmagazin für Entdecker

ARTMAPP MAGAZIN 13/2016
ARTMAPP MAGAZIN 13/2016

Erschienen
01.11.2016

Verlag
Verlag ARTMAPP GmbH

Ausgabe
Nr. 13 / 5. Jg.

ISBN
ISSN 2195-1594

Abschnitt, beginnend auf Seite 138 im Original

Scopin Asphalt

Dokumente der energievollen Auseinandersetzung mit einem Urstoff

Text

[Auszug: Zitate von Bazon Brock zur Ausstellung „SCOPIN ASPHALT“ in der Kirche St. Elisabeth in Berlin am 10. April 2016, S. 138-39]

„[...] Meister Scopin entsteigt der Arche Noah, denn auch die wurde nur durch ‚Teer‘ schwimmfähig gemacht. Die Noah-Gesellschaft überlebte durch die Verwandlung des Lebens in den Tod, denn das ist es ja, was wir Teer nennen - unter höchstem Druck verwandelte Fossilien [...].“

„[...] Unsere gesamte Zivilisation lebt von der Verlebendigung des Toten seit der altägyptischen Medizin über persische Leuchtfeuer bis zur Gründung der Bayer-Chemie in Elberfeld (heute ins Kunstprodukt Wuppertal gepresst). Meister Albert, ein Fossil des echten badischen Liberalismus der deutschen Revolution von 1848 ff., bewährt sich als Agent unserer Kulturgeschichte. Die startete zwar einerseits durch die Verpflichtung der Pallas Athene auf das göttliche Geschäft des Gelingens, gewann aber andererseits aus der Schmiede des Vulkans Waffengewalt, die Reiche gründete und Kulturen zugrunde gehen ließ [...].“

„[...] Bei demiurgischen Temperaturen von 230 Grad aufwärts verarbeitet Scopin großflächig Bitumen. Seit Yves Klein und Otto Piene mit Flammenwerfern Bildträger traktierten, hat niemand sich mit der Erhabenheit stiftenden Gewalt der Natur so konfrontiert wie Scopin. Und in der Tat hat der Betrachter der Scopinschen Großformate ein Enthobenheitsgefühl. Er erkennt den Übermut künstlerischer Willkür und selbstherrlicher Gestaltungsmacht im üblichen Kunstbetrieb [...].“

„[...] Scopins Arbeiten belegen, dass Wirklichkeit nur das ist, was sich unserem Willen nicht beugt. Seine Schaffen gilt der Anerkennung dieser Wirklichkeit.“

Textverwandtschaften

1957 1958 1959 1960 1961 1962 1963 1964 1965 1966 1967 1968 1969 1970 1971 1972 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979 1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026

Jeder Streifen repräsentiert einen Textabschnitt in der Arbeitsbiografie. Je heller ein Streifen, desto verwandter ist der Text mit dem aktuellen Text. Der aktuelle Werk hat die Farbe Rot, der aktuelle Abschnitt ist orange markiert.

Grundlage der Textanalyse ist das Sprachmodell MiniLM-L12 / BGE-M3. Mit dessen Hilfe wird der aktuelle Textabschnitt mit allen anderen Textabschnitten verglichen (insgesamt knapp 3 Millionen Kombinationen) und ein Ähnlichkeitskennwert berechnet.

Die Ähnlichkeit basiert nicht auf Wortgleichheit, sondern auf semantischen Eigenschaften. Beispiele:

  • Das Bild zeigt eine LandschaftZu sehen ist eine Naturszene
  • Die Arbeit entstand 1972Das Werk wurde in den frühen 70ern geschaffen
  • Kritik an der GesellschaftGesellschaftliche Auseinandersetzung
  • Er lehnte das Angebot abEr wies den Vorschlag zurück

Als ähnlich erkannt werden Synonyme, Umschreibungen und Paraphrasen sowie gleiche Bedeutungen – auch in unterschiedlichen Sprachen – erkannt. Beispiel: Kunst und Politikart and politics.

Aktuell werden die Textverwandtschaften auf Basis des gesamten Textkorpus statisch vorberechnet und bei Änderungen einzelner Inhalte aktualisiert. In die Berechnung werden nur Textabschnitte einbezogen, die mehr als 100 Wörter Inhalt haben. Leere oder kurze Abschnitte sind daher in dieser Textgenetik nicht enthalten.

Die Verwandtschafts-Abstufungen wurden in 6 Gruppen zusammengefasst: 0 = keine Verwandtschaft, 20, 40, 60, 80, 100 = sehr nah am aktuellen Text.

Die Fundstellen in dieser Verwandtschafts-Textgenetik liefern also möglicherweise völlig andere, eventuell unerwartete Lese-Anregungen, während die zugeordneten Verweise (unter siehe auch) redaktionell ausgewählt wurden.