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| 3 Fishing for Complications Probleme verbinden |  | 2 Hoppla, Heilsversprecher. Scheitern als Gelingen – durch Erfolg zerstört |  |  | 16 Rest |  |
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a. abwertend: das, was nicht aufgeht, was nicht paßt, was überständig ist:
b. aufwertend: ein letzter Rest des Kostbaren, des Knappen.
Kulturgeschichtlich bedeutsam: Reste als Ruinen; der letzte Rest des einstmals Ganzen und Vollen. Insofern die Welt nie so schön wie denkbar, die Schatzkammern nie so voll wie wünschbar, die Liebe nie so stark wie ersehnt sind, ist auch der schönste Neubau eine bloße Ruine des denkbar Vollendetsten, wunschlos Erfülltesten. Einstürzende Neubauten markieren dieses Prinzip des Ruinierens als aufklärerische Distanzierung gegenüber der Anmaßung, etwas Vollkommenes schaffen zu können. Wir bringen es nur zu kümmerlichen Resten einstmaliger Kraft des Wünschens und Vorstellens (weil eben das Wünschen nicht mehr hilft, sondern Hoffen und Harren uns zu Narren macht) oder andererseits zu Fragmenten, Splittern, Klumpen, die partout nicht in unser Sonntagspuzzle passen. Mirakel der Schöpfung: Das Puzzle geht nicht auf, aber wir haben eine klare Vorstellung davon, was wir nicht erreichen.
Mirakel der Zerstörung: Wir zerlegen das Ganze in mehr Bruchstücke, als wir brauchen, um es wieder zusammenzufügen.
Universale Kindheit: Das wiederzusammengesetzte Radio spielt, aber auf dem Tisch liegen noch sieben komische Teile, eben Reste.
Organ der Resteverwertung, der Altstoffsammlung und der kulturellen Schnellbrüterei (es kommt gedanklich mehr raus, als man philosophisch reingesteckt hat) ist die seit über 150 Jahren erscheinende piemontesische Zeitung Il Resto di Carlino.
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