Kunst vermitteln, Gott vermitteln?

Gegen den naiven Optimismus der Alleslerner

Vortrag „Kunst vermitteln, Gott vermitteln?“ | Hauptkirche St. Katharinen, 26.06.2018 Hamburg. Foto © Peter Sempel Vortrag „Kunst vermitteln, Gott vermitteln?“ | Einführung: Jörg Herrmann, Hauptkirche St. Katharinen, 26.06.2018 Hamburg. Foto © Peter Sempel Gespräch zum Vortrag „Kunst vermitteln, Gott vermitteln?“ von Bazon Brock mit Jörg Herrmann und Andreas Mertin | Hauptkirche St. Katharinen, 26.06.2018 Hamburg. Foto © Peter Sempel Evangelische Akademie der Nordkirche
Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

Begleitprogramm der Ausstellung „Hinsehen, Reinhören. Die Kunst ist in den Kirchen“

Unsere Gewohnheit, in direktem Zugriff alles an uns zu bringen, was in die Welt gestellt wurde (Konsumgüter, Lehrangebote, Unterhaltungswerke) hat sich auch auf unsere Aneignung von Gedanken, Konzepten und Begriffen übertragen. Wir glauben ganz sicher, auf das Angebot Gott oder Götter oder Geister genauso reagieren zu können wie auf das Angebot neuer Nudelfüllungen oder Schokoladenriegel. Dabei ist den Konsumenten eingeredet worden, dass sie die entscheidenden Größen des Kapitalismus seien, eine objektiv völlig fehlgehende Behauptung. Da aber die überwiegende Mehrzahl der Konsumenten glaubt, was man ihnen propagandistisch eindrückt, bestehen sie auf ihrer Dummheit als demokratischem Recht. In dieser Haltung fordern sie, dass man sie abholt, wo sie stehen, dass man ihnen die Welt so vermittelt, wie sie das in ihrer Erkenntnis- und Ausdrucksarmut doch verstehen können. Nur keine anspruchsvollen Formulierungen. Nur keine komplexen Sachdarstellungen. Bitte nichts, was irgendjemanden darin verletzten könnte, dass er seine Dummheit für eine Gabe Gottes und der Demokratie hält. Gott soll man in diesem Sinne so vermitteln, dass ja keine theologische Begrifflichkeit oder anspruchsvolle Gedankenkonstruktion notwendig wird, desgleichen Kunstwerke in touristisch besuchten Museen in aller Welt – und das immer in wenigen Minuten und in unterhaltsamer Form, damit alle Ahnungslosen sich verstanden fühlen. Mit dieser pseudohumanistischen Verpflichtung zur Wohltätigkeit sind die Angebote der Kirchen verschlissen worden, sodass nur noch ein paar unermüdliche Altgläubige Ernsthaftes erwarten. Aber so sind auch die Kunstkritik und die Ästhetik auf dem untersten Niveau angekommen wie weggeworfene Verpackungen. Dort verweht sie der Wind, erzeugt aus der Bewegungsdynamik des Konsumeristenlebens. Können wir diese Selbstzerstörungstendenzen von Theologie- und Kunstpraktikern mit einer Gegenbewegung einschränken oder gar aufhalten? Bazon Brock gibt darauf Antworten aus seiner 50-jährigen Erfahrung mit den Erwartungen von Publikümmern.

Moderation: Dr. Jörg Herrmann, Dr. Andreas Mertin

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Hauptkirche St. Katharinen und der Katholischen Akademie Hamburg,
im Begleitprogramm der Ausstellung "Hinsehen, Reinhören. Die Kunst ist in den Kirchen"

Keine Anmeldung erforderlich. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Vortrag