Aktion Kongress "Lebensformen der Zwanziger Jahre" / Prozession "Zeig Dein liebstes Gut!"

eine Veranstaltung des Internationalen Designzentrums im Rahmen der Berliner Festwochen

Der mehrtägige Kongress "Lebensformen der Zwanziger Jahre" fand im Rahmen der Berliner Festwochen in den Räumen des Internationalen Designzentrums in der Ansbacher Straße in Berlin statt. Den Abschluss des Kongresses bildete die Prozession "Zeig Dein liebstes Gut!"

Die Berliner Festwochen hatten 1977 das Thema "Tendenzen der Zwanziger Jahre", das hauptsächlich in der gleichnamigen 15. Europäischen Kunstausstellung vom 14. August 1977 bis 16. Oktober 1977 in der Neuen Nationalgalerie Berlin dargestellt wurde.

Teilnehmer des Kongress "Lebensformen der Zwanziger Jahre" und der angeschlossenen Demonstration "Zeig Dein liebstes Gut!" waren unter anderem:

Othmar Birkner, Gisela Brackert, Bazon Brock, Lucius Burckhardt, Francois Burkhardt, Linde Burkhardt, Charlotte Eiermann, Sergius Golowin, Kristiana Hartmann, Ekkehard Hieronimus, Melusine Huss, Linde Kapitzki, Peter Sloterdijk, Nicolaus Sombart, Kyra Stromberg, Harald Szeemann.

Termin
05.10.1977

Veranstaltungsort
Berlin, Deutschland

Veranstalter
Internationales Designzentrum IDZ

Aktion "Zeig Dein liebstes Gut"

Text

"'Zeig Dein liebstes Gut' war 1977 eine wörtlich zu nehmende Aufforderung an die Berliner, endlich auch einmal das Demonstrieren zu demonstrieren und nicht immer bloß für oder gegen irgendetwas zu demonstrieren. Ich wollte zu reflexivem Denken anleiten, was eine Voraussetzung für jede erfolgreiche Aufklärung über Aufklärer ist. Jeder Teilnehmer brachte sein ihm liebstes Gut, das ihm liebste Gut, und versuchte es so zu zeigen, daß dem Außenstehenden eben klar würde: hier wird etwas gezeigt. Jeder Teilnehmer mußte also sehr intensiv darüber nachdenken, wie er das Vorzeigen zeigen könnte. Er mußte sich darüber klar werden, daß es in Wahrheit gar nicht um die einzelnen Objekte ginge, sondern um die Darstellung der je eigenen Beziehung auf diese Objekte. Das Zeigen des Zeigens ist ein reflexiver Akt. Viele griffen sehr schnell auf historische Beispiele zurück, etwa die Entwicklung der Monstranz im 12. Jahrhundert, auf die Reliquiare und Schatzkästchen von der Antike bis zur Erfindung der Schaufensterauslage und der Vitrinen. Unsere Prozession führte damals von IDZ zum Kudamm und zurück, eine Strecke, lang genug, um jedem Beteiligten unter Veröffentlichungszwang ("Zeig"!) wie unter dem Druck der Öffentlichkeit klar zu machen, daß nicht die Objekte für sich, sondern unsere Beziehung zu anderen Menschen, die über die Objekte vermittelt werden, jenen Wert haben, den wir etwas Kostbarem, Einmaligem, Liebstem beimessen." (Aus: Bazon Brock: Design der 80er Jahre. In: Ästhetik als Vermittlung, S. 359 ff.)

Medien

"Zeig Dein liebstes Gut!" / Kongress "Lebensformen der Zwanziger Jahre", Bild: Gisela Brackert. Internationales Designzentrum Berlin, 09.10.1977. Foto: Linde Burkhardt..
"Zeig Dein liebstes Gut!" / Kongress "Lebensformen der Zwanziger Jahre", Bild: Charlotte Eiermann. Internationales Designzentrum Berlin, 09.10.1977. Foto: Linde Burkhardt..
"Zeig Dein liebstes Gut!" / Kongress "Lebensformen der Zwanziger Jahre", Bild: Bazon Brock und Melusine Huss. Internationales Designzentrum Berlin, 09.10.1977. Foto: Linde Burkhardt..
"Zeig Dein liebstes Gut!" / Kongress "Lebensformen der Zwanziger Jahre", Bild: Lucius Burckhardt mit Bazon Brocks "Ästhetik als Vermittlung". Internationales Designzentrum Berlin, 05.-09.10.1977. Foto: Linde Burkhardt..
"Zeig Dein liebstes Gut!" / Kongress "Lebensformen der Zwanziger Jahre", Bild: Bazon Brock. Internationales Designzentrum Berlin, 05.-09.10.1977. Foto: Linde Burkhardt..
"Zeig Dein liebstes Gut!" / Kongress "Lebensformen der Zwanziger Jahre", Bild: Bazon Brock. Internationales Designzentrum Berlin, 05.-09.10.1977. Foto: Linde Burkhardt..
Prozession "Zeig Dein liebstes Gut!", Bild: U.a. Harald Szeemann, Bazon Brock, Sergius Golowin, Annemarie Burckhardt. Internationales Designzentrum Berlin, 09.10.1977. Foto: Linde Burkhardt..
Prozession "Zeig Dein liebstes Gut!", Bild: Harald Szeemann. Internationales Designzentrum Berlin, 09.10.1977. Foto: Linde Burkhardt..
Prozession "Zeig Dein liebstes Gut!", Bild: Bazon Brock mit seinem liebsten Gut. Internationales Designzentrum Berlin, 09.10.1977. Foto: Linde Burkhardt..
Prozession "Zeig Dein liebstes Gut!", Bild: Sergius Golowin, Lucius Burckhardt, Annemarie Burckhart u.a. Internationales Designzentrum Berlin, 09.10.1977. Foto: Linde Burkhardt..
Prozession "Zeig Dein liebstes Gut!", Bild: Othmar Birkner. Internationales Designzentrum Berlin, 09.10.1977. Foto: Linde Burkhardt..
„Zeig Dein liebstes Gut – zeig Dein Liebstes gut.“ Bürger kuratieren Ausstellungen., Bild: Bazon Brock mit Mitarbeitern des Internationalen Designzentrums Berlin; Kongress »Lebensformen der 20er Jahre« des IDZ, Berlin 1977 © Ludwig Binder.

siehe auch:

Textverwandtschaften

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Grundlage der Textanalyse ist das Sprachmodell MiniLM-L12 / BGE-M3. Mit dessen Hilfe wird der aktuelle Textabschnitt mit allen anderen Textabschnitten verglichen (insgesamt knapp 3 Millionen Kombinationen) und ein Ähnlichkeitskennwert berechnet.

Die Ähnlichkeit basiert nicht auf Wortgleichheit, sondern auf semantischen Eigenschaften. Beispiele:

  • Das Bild zeigt eine Landschaft ⟷ Zu sehen ist eine Naturszene
  • Die Arbeit entstand 1972 ⟷ Das Werk wurde in den frühen 70ern geschaffen
  • Kritik an der Gesellschaft ⟷ Gesellschaftliche Auseinandersetzung
  • Er lehnte das Angebot ab ⟷ Er wies den Vorschlag zurück

Als ähnlich erkannt werden Synonyme, Umschreibungen und Paraphrasen sowie gleiche Bedeutungen – auch in unterschiedlichen Sprachen – erkannt. Beispiel: Kunst und Politik ⟷ art and politics.

Aktuell werden die Textverwandtschaften auf Basis des gesamten Textkorpus statisch vorberechnet und bei Änderungen einzelner Inhalte aktualisiert. In die Berechnung werden nur Textabschnitte einbezogen, die mehr als 100 Wörter Inhalt haben. Leere oder kurze Abschnitte sind daher in dieser Textgenetik nicht enthalten.

Die Verwandtschafts-Abstufungen wurden in 6 Gruppen zusammengefasst: 0 = keine Verwandtschaft, 20, 40, 60, 80, 100 = sehr nah am aktuellen Text.

Die Fundstellen in dieser Verwandtschafts-Textgenetik liefern also möglicherweise völlig andere, eventuell unerwartete Lese-Anregungen, während die zugeordneten Verweise (unter siehe auch) redaktionell ausgewählt wurden.