Tumult 37/2011

Schriften zur Verkehrswissenschaft - Thema: Kein Halten mehr? Modelle der Letztbegründung

Tumult 37: Kein Halten mehr?
Klappentext, bibliografische Angaben oder Entsprechendes

TUMULT 37 verhandelt in Beiträgen prominenter, zeitgenössischer Autoren das Krisengeschehen unserer Tage.
Die Beiträger versammelten sich dazu mit Bazon Brock zu einem »Konklave der Stiftung Schloss Neuhardenberg« und widmeten sich den Ungeheuern unserer Vorväter, indem sie auf der Suche nach den Urgewalten den BELOMOTH beschworen und nach dem LEVIATHAN angeln gingen.

Seite im Original: 36

Leviathan-Angeln in Neuhardenberg

„Das Monstrum ist noch nicht gezähmt“, stellte jungst Bundespräsident Köhler fest. Der Name des Monstrums ist seit biblischen Zeiten „Leviathan“ oder „Behemoth“ – Moloch oder Minotaurus –, also Opfer und Unterwerfung fordernde Mächte der totalitären Regimes, des ideologischen Fanatismus oder des Triumphalismus „auserwählter“ Gruppen: heute bestens bekannt als Masters of the Universe alias Investment-Banker respektive Hohepriester der kapitalistischen Vernichtungskonkurrenz.

Professoren der Fachrichtungen Theologie, Hirnforschung, Mathematik, Physik, Ästhetik, Islamkunde, Kulturphilosophie und Soziologie demonstrieren mit ihrer Trocken-Übung, den Leviathan zu angeln, die erfolgversprechendsten Köder, mit denen man zu allen Zeiten die Ungeheuer an die Oberflache lockte wie Captain Ahab den „Moby Dick“. Die Köder waren und sind Rechtfertigungsstrategien, Allmachtsphantasien, Macht, Wahrheit, Pornografie und Positivität.

Wir hoffen, es möge nicht Anglerlatein oder schöne Literatur bleiben, daß es grundlegende Strategien der Zähmung des Leviathan gibt. Solche ultima ratio-Modelle zeigten die Leviathan-Angler am 28.03.2010, 12 Uhr, in Schloß Neuhardenberg öffentlich den Zeitgenossen vor.